Ostsee 2015 Langeland von Jörn

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Bärbel Stiefvater
Heartlander
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Ostsee 2015 Langeland von Jörn

Beitrag von Bärbel Stiefvater » Sonntag 11. Oktober 2015, 17:18

Frühjahr 2015 in Langeland
Besser spät als nie! Leider komme ich erst jetzt dazu den obligatorischen Bericht über unsere Mefotour 2015 nach Langeland zu schreiben, aber Job, Haus und Garten und noch einiges mehr haben mir keine Zeit gelassen. Aber nun geht's ans Werk!

Morgens um 5 gings am 4. April endlich los. Stefan, Ute und Niklas waren bereits am Vortag Voraus gefahren und hatten bei Flensburg übernachtet. Bärbel musste auf Grund Ihrer schulischen Verpflichtungen diesmal leider zu Hause bleiben. Um sie beim lernen nicht zu stören, bin ich dann halt alleine gefahren. Von der Fahrt gibt es nichts Außergewöhnliches zu berichten, alles verlief ohne Probleme. Auf der ganzen Strecke gab es nur eine Baustelle , diese ging allerdings von Hamburg bis fast nach Flensburg , welches ich gegen 11.30 Uhr erreichte. Nach einem mittelprächtigen Mittagessen mit den Grünewälder ging es dann gemeinsam auf die letzte Etappe. Nachdem wir am frühen Nachmittag unser gemeinsames Ferienhaus bezogen hatten ging es auch gleich an unseren Hausstrand zum Fischen. Dieser ist bestimmt keine Perle unter den Mefostränden auf der Insel, aber keiner hatte mehr Lust ins Auto zu steigen um noch wo anders hin zu fahren. Gefangen haben wir nichts, hatten wir hier auch nicht unbedingt erwartet. Nach einem schönen Abendessen ging es dann früh zu Bett.
Bei herrlichem Angelwetter fahren wir nach dem Frühstück die Strände von Tranaeker Fyr , Bostrup und Leybolle an, die in der Vergangenheit immer für einen Fisch gut waren. Am Abend machten wir leicht enttäuscht Feierabend und freuten uns auf ein leckeres Abendessen, welches Ute für uns zubereitet hatte. Keiner uns hatte einen Biss gehabt! Am Montag gings wieder los. Dagelokke hieß das Ziel . Über den Vormittag hinweg konnten wir am Südstrand einige Bisse verzeichnen, könnten sie jedoch nicht in Fisch umsetzen. Dies sollte sich nach der Mittagspause und einem Platzwechsel an den Nordstrand ändern. Gleich beim zweiten Wurf ein Biss und nach kurzem Drill konnte endlich die 1. Mefo von ca. 45cm gelandet und releast werden. Ihr folgten in den nächsten 2 Stunden zwei weitere Fische in etwa gleicher Größe. Auf Anraten von Ute besuchten wir am Dienstagmorgen die Bucht von Snöde Öre. Bisse gab es keine, aber vier Schweinswale die vor uns in der Bucht jagten waren ein tolles Erlebnis .
Wir fuhren nun nach Hou Fyr um dort unser Glück zu versuchen . Dies sollte die richtige Entscheidung sein. Nördlich des Leuchtturms konnte ich innerhalb einer halben Stunde 4 Forellen in den Mittfünfziger landen. 2 davon wurden zum Abendessen eingeladen und sollten mit einer von Niklas in Snöde Öre gefangenen Flunder ein wunderbares Abendessen ergeben. Während ich mich am Ufer um die Fische kümmerte bekam Niklas an gleicher Stelle wie ich zuvor einen Biss und konnte nach tollem Drill mit vielen Sprüngen seine 1. Meerforelle mit 52cm sicher landen. Nur Stefan war leider noch ohne Fisch. Außer einem verlorenen Fisch am Strand von Lille Kobenhavn gab es bei Ihm noch nichts zu vermelden.
Am nächsten Tag, dem Mittwoch ging es natürlich wieder nach Hou an den Leuchtturm. Stefan und Niklas versuchten es wieder in nördlicher und ich dies mal in südlicher Richtung des Seezeichens. Erstmal tut sich nicht viel und die Kollegen wechselten ebenfalls auf meine Seite des Leuchtturms, wo ich inzwischen einige mittlere Fische fangen konnte.
Einige Hundertmeter weiter bekam ich dann einen brutalen Biss. Der Fisch blieb wie festgenagelt einen Moment stehen um dann die ganze Runningline plus einige Meter Baking von der Rolle zu ziehen, dabei zog der Fisch immer weiter in die Tiefe der Ostsee. Ein völlig ungewöhnliches Verhalten für mich, da die meisten Fische sofort nach oben kommen um sich an der Oberfläche zu wälzen oder zu springen, aber dieser Fisch blieb stur am Grund. Nur mühsam gelang es mir den Fisch, den ich bis jetzt noch nicht einmal gesehen hatte näher zum Ufer zu bringen. Dieser zog nach endlosen Minuten vor mir die Küste hinauf und hinunter und ich konnte eine breite Flanke erkennen, was für ein Fisch! Irgendwann erlahmte aber auch die Kräfte dieser Forelle und gleich beim ersten Versuch umschlangen die Maschen des Keschers den Fisch. Ab zum Strand,ich war voller Adrenalin. Mit zittrigen Händen versorgte ich den Fisch. Über Mitte 60 cm lang und fettgefressen lagen ca. 3,5-4kg Ostseesilber vor mir. Ich habe zwar schon größere Meerforellen gelandet, aber keine hat so gekämpft wie diese. Ich bin völlig erledigt aber auch wunschlos glücklich und zufrieden. Stefan und Niklas begutachteten den Fang und fischen weiter. Ich brauchte eine Pause. Wenige Minuten später schlägt Stefan zu und drillt eine schöne Forelle die ich für Ihn Keschern darf, da er beide Händen voll zutun hat, weil der Fisch ständig um einen muschelbewachsenenfelsen herum schwimmt und er auf seine Schnur aufpassen muß. Nach bangen Minuten und einigen Kescherversuchen liegt dann auch dieser kampfstarke Fisch von fast 60cm sicher im Netz. Toller Tag!
Den nächsten Angeltag beginnen wir es Naeshoved, wo wir wieder Schweinswale beobachten können aber keine Fische fangen. Ein Wechsel nach Paeresgard bringt dann wieder einige mittlere Forellen ans Band. Auf der Rückfahrt zum Ferienhaus statten wir dem Riff von Krosebolle noch einen Besuch ab, wo Niklas noch eine Flunder landen kann (wie Macht der das bloß?)
Der letzte Fischtag beginnt wieder in Hou Fyr, wo Stefan eine wunderschöne Entfünfziger verhaften kann. Mir sind noch 2 Fische der Endvierziger klasse und eine von 55 cm vergönnt, die ebenfalls eine Essenseinladung bekommen. Beim Ausnehmen finden sich ein Hering von über 20cm in deren Magen, hätte ich dem Fisch nicht zugetraut. Man muß sich also keine Gedanken um zu große Fliegen machen. Übrigens hatten alle entnommen Fische völlig unterschiedliche Mageninhalte. Meine große war voll mit kleinen Grundeln und Garnelen, während Stefans Fisch sich 5 Sandaale einverleibt hatte. Das wars dann mit Fischen für diese Tour. Am Abend gings nochmal an den Hausstrand wo Niklas sein Versprechen für seine erste Meerforelle einlöste und bei 6 Grad Wassertemperatur in der Ostsee badete. Hochachtung, ich hätte es wahrscheinlich gelassen.
Noch ein letztes Abendessen ( nochmals herzlichen Dank an Ute für meine tolle Versorgung ) ging es zu Bett um am nächsten Morgen die Heimfahrt antretet zu können. Ich wäre gerne noch geblieben und komme bestimmt zurück. Vielleicht schon im Herbst?
Wäre schön!
Bis dann und Tl
Jörn


Ps.: Und es gilt wie immer: Nach Langeland ist vor Langeland! Und die 20 von uns dreien gelandeten Meerforellen machen es leicht die Entscheidung auf ein Wiedersehen.

Anbei die Bilder
Dateianhänge
Langeland Frühjahr 2015 Fotos.pdf
Fotos Langeland Frühjahr 2015
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Stephen86
Heartlander
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Re: Ostsee 2015 Langeland von Jörn

Beitrag von Stephen86 » Mittwoch 14. Oktober 2015, 16:08

Schöne Bilder und Fische!
Danke für den Bericht, ich glaube nach Langeland muss ich auch mal...
Beste grüße
Stephen

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