Aktuelle Fliegenmuster für den Bach Teil 12

Hier kann man sich über die Fliegenbinderei austauschen.
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Ernst
Heartlander
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Registriert: Freitag 13. Dezember 2013, 10:47

Aktuelle Fliegenmuster für den Bach Teil 12

Beitrag von Ernst »

Nach langer Pause wieder mal ein neues Muster:

Es geht wieder mal um Köcherfliegen!
Ich habe festgestellt, dass Köcherfliegen, in den Gewässern die ich befische, tatsächlich häufiger zu beobachten sind, als Eintagsfliegen und abgesehen von seltenen Massenschlüpfen kann man immer wieder einzelne Exemplare über das Wasser schlittern sehen oder bei der Eiablage. Manchmal verschwindet die Fliege dann in einem dicken Steigring.

Das nachfolgende Muster ist für solche Momente gedacht, d.h. ganztägig einsetzbar, auch als Suchfliege geeignet wenn nichts steigt.

Materialliste:
Haken: langschenkliger Trockenhaken oder Terrestrial Haken ( z.B. Hayabusa 551 in 12 oder sogar 10)
Bindegarn: z.B. Veevus 10/0 ( wichtig: ein Faden der flach aufliegt und das Material nicht schneidet )
Rehhaar, CDC Federn, Poly-Dubbing für den Körper, 1. Hechelfiber , dünnes Nylon zum gegenrippen der Hechel.
Fluo-Polygarn (z.B. Glo-Brite) oder Poly Dubbing.
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Zuerst wird ein "Tag" eingebunden als Beißpunkt oder auch Imitation eines Eiballens entweder Glo Brite oder UV-Dubbing, was es sein soll muß der Fisch entscheiden.
Zeitgleich wird ein Rippungsfaden eingebunden, Nylonfaden wenn die Rippung unsichtbar sein soll oder auch einen dünnen Faden aus Polyfloss o.ä. ggf. fluoreszierend (z.B. Glo-Brite oder Uni-Neon)
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Der Körper besteht aus feinem Poly-Dubbing, zum Hakenöhr hin unbedingt ausreichen Platz lassen für den Flügel und Thoraxbereich!
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Die Hechel sollte möglichst mit kurzen Fibern sein und kaum über Hakenbogenweite gehen. I.d. Regel etwas 5-6 Windungen
Die Hechel wird mit dem Rippungsfaden hinten abgefangen wobei das mit straffer Fadenführung erfolgen sollte.
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Als nächstes wird eine CDC-Feder als Unterflügel flach eigebunden.
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Auf den CDC-Flügel wird nun ein nicht zu dickes Bündel Rehhaar eingebunden, der Unterflügel darf leicht überstehen.
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Damit der Flügel flach aufliegt kann man einen kleinen Tropfen UV Kleber an der Flügelbasis einsickern lassen , dann etas niederdrücken und aushärten.
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Jetzt kommt der Thoraxbereich. Hierzu werden Rehhaarspitzen in Kombination mit CDC-Fibern in einer Dubbinschlaufe verdrallt.
Wenn die Schlaufe gebildet ist, wird der Unterkörper etweder mit UV-Dubbing gebilded oder die Dubbingschlaufe besteht aus fluoreszierendem Floss (z.B. Glo-Brite).
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Das Material lege ich zwischen zwei kleine Plexiglasstücke und nehme es mit einer Materialklammer (die im Bild ist aus dem 1€ Laden) auf.
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Danach sollte nach dem Abschlußknoten die Fliege so aussehen:
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Der Phantasie bei der Farbwahl sind kaum Grenzen gesetzt, eine gelbliche oder grünliche Variation kann ggf. sogar Heuschreckenimitationen ersetzen.
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Die Fliege kann stromauf oder auch gegen die Strömung schlitternd stromab gefischt werden, auch ein Ranzupfen mit zeitweise Abtauchen ist manchmal der Schlüssel zum Erfolg. Das Vorfach sollte nicht zu dünn gewählt werden insbesondere stromab geführt sind die Bisse oft heftig.

Viel Spaß beim Nachbinden und Fischen

Ernst
Zuletzt geändert von Ernst am Montag 5. April 2021, 16:20, insgesamt 1-mal geändert.

Petervon
Heartlander
Beiträge: 11
Registriert: Samstag 21. Dezember 2013, 11:02

Re: Aktuelle Fliegenmuster für den Bach Teil 12

Beitrag von Petervon »

sehr schön vielen dank :D :D
petervon

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